• Die besten Ideen entstehen am' Klo!
  • Schwarz-Weiß Portrait von Verena Lung-Schmid
  • Spruch: Es ist mal wieder Zeit für einen Mutausbruch
  • Verena Lung-Schmid schreibt auf ein White Board
  • Eine Person schreibt Gedanken auf Post-Its nieder

So ziemlich jedes Unternehmen wünscht es sich – einfach mal ein neues Geschäftsmodell aus dem Ärmel zaubern und dadurch auch noch reich werden. Doch die Realität sieht anders aus. Durch unflexible und straffe Prozesse passiert Innovation in Unternehmen oft nur noch selten von selbst. Die aktive Suche nach Ideen mit Hilfe der richtigen Tools wird immer bedeutender. Eines dieser Tools ist Design Thinking, welches wir euch heute gemeinsam mit unserer Kollegin Verena Lung-Schmid in einem Interview etwas näherbringen möchten.

1. Wie würdest du Design Thinking in einem Satz beschreiben?

Erfinderisches Denken mit radikaler Kunden- bzw. Nutzenorientierung.

2. Design Thinking ist eine agile Methode, warum?

Weil es mit dieser Methode gelingt, Bewegung und Abwechslung in den üblichen Büroalltag zu bringen. Diese Agilität und Kreativität unterstützt das Miteinander, macht Spaß und liefert zudem oftmals bessere Ergebnisse.

3. Was sind die Vorteile von Design Thinking im Vergleich zu herkömmlichen Methoden zur Ideengenerierung?

Design Thinking besteht ja nicht nur aus einer einzelnen Methode, sondern aus einem breiten Methodenkoffer mit rund 80 Tools. Je nach Frage- oder Problemstellung kann die passende Methode ausgewählt werden. Dabei wird das Kundendenken – also die Erwartungen und Wünsche des Kunden – in die Mitte gestellt.

4. Was sind die Ziele von Design Thinking?

Eines der Ziele von Design Thinking ist es, rasch Prototypen zu entwickeln, welche genau auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind. Durch den iterativen, flexiblen Prozess – das heißt ein schrittweise sich wiederholender Ansatz – wird das Produkt laufend verbessert und der Prototyp entwickelt. Dieser wird dann vom Kunden getestet und auf sein Feedback hin weiter optimiert. Solange, bis der Kunde und das Unternehmen mit dem Ergebnis zufrieden ist.

5. Wofür ist Design Thinking gut geeignet?

Die Design Thinking Methode funktioniert besonders gut in Kombination mit komplexen Themenstellungen. In Unternehmen ist es neben der Entwicklung von innovativen Produkten und neuen Geschäftsmodellen auch zur Erarbeitung effizienterer Prozesse gut einsetzbar.

6. Weshalb wird diese Methode gerade von Startups gerne angewendet?

Genau aus dem bereits genannten Grund, dass die rasche Prototypentwicklung zu einem sogenannten „MVP“ (Minimum Viable Product) führt. Ein Produkt, mit minimalen Anforderungen und Eigenschaften, welches nur die notwendigsten Bedürfnisse des Kunden erfüllt. Das ermöglicht ein rasches Testen mit verhältnismäßig geringen Kosten und Aufwand.

7. Wie funktioniert Design Thinking?

Design Thinking kann man in 4 Phasen beschreiben:

Phase 1: EinfühlenEmpathie aufbauen, Bedürfnisse und Hintergründe verstehen
Phase 2: DefinierenDas Problem (Hypothese) oder die Fragestellung (offene Frage) klar definieren
Phase 3: GenerierenIdeen sammeln, möglichst zahlreich – querdenken ist dabei äußerst erwünscht
Phase 4: ExperimentierenPrototypen entwickeln und testen (Kundenfeedback einholen + optimieren)

Es gibt noch weitere Phasen und Modelle, diese 4 sind jedoch zentral.

8. Hast du Tipps, wie Design Thinking am besten praktiziert werden kann?

Am besten einfach starten! Bereits erste Tools testen oder im normalen Büroalltag einmal mit „Kärtchen“ arbeiten. Das kann schon die erste Hürde nehmen, Neues auszuprobieren. Ganz nach dem Motto: Stop talking – Start making!

9. Was braucht es für Design Thinking?

Lust & Neugierde, etwas Neues auszuprobieren! The only way to do it, is to do it… 🙂

Daneben gibt es aber auch noch 4 Erfolgsfaktoren im Design Thinking:

  1. Der flexible Raum (Flipcharts, Pinnwände, möglichst flexible Tische/Stühle, die rasch umgestellt werden können, um bspw. Arbeitsgruppen zu bilden …)
  2. Das interdisziplinäre Team (möglichst unterschiedliche Personen, ideal sind 4-8 Personen, Fachexperten und welche, die weiter vom Thema weg sind, männlich/weiblich, jung/alt, …)/
  3. Design Thinking Methoden (Know-how über diverse Tools, wann welche am besten eingesetzt werden, …)
  4. Der gezielte Auftrag (mit ergebnisoffenem Ausgang, um möglichst flexibel für andere/neue Wege zu sein, welche den Kundenbedürfnissen auch wirklich entsprechen)
10. Was sollte man beachten, wenn man einen Design Thinking Workshop abhält? (Spielregeln)
  • Fail early and often. – Versage früh und oft.
  • Leave titles at the door. – Hinterlasse Titel an der Tür. (Begegnung auf gleicher Augenhöhe)
  • Don’t talk. Do! – Rede nicht. Tue es!
  • There are no bad ideas. – Es gibt keine schlechten Ideen.
  • Build on ideas of others. – Auf Ideen anderer aufbauen.
  • Avoid criticism. – Kritik vermeiden.
  • The quantity is it. – Die Menge macht’s. (Ideensammlung)
  • Stay focused. – Konzentriert bleiben. (Kernfrage)
  • Dare to be wild! – Wage es, wild zu sein!
  • Think human centered. – Denke menschlich zentriert. (Kunde im Fokus)
  • Be visual. – Visuell sein. (Verschriftlichen, Visualisieren)
  • Let’s have fun. – Lass uns Spaß haben.
11. Warum würdest du empfehlen, gerade diese Methode anzuwenden?

Weil es guttut, den „Büroalltag“ zu durchbrechen und einmal auf andere Art Themen anzugehen!
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann ganz nach dem Zitat von Thomas Alva Edison: „Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sichere Weg zum Erfolg ist immer, es doch noch einmal zu versuchen.”

12. Wo konntest du persönlich Design Thinking Erfahrungen sammeln und auch bereits anwenden?

Neben Fachliteratur hatte ich die Gelegenheit, mehrere Design Thinking-Seminare zu besuchen (www.gerstbach.at). Konzernintern konnte ich diese agilen Methoden bereits in Workshops gut anwenden. Ich denke, dass diese Methodik durchaus auch den Kulturwandel unterstützen kann. Je mehr Mitarbeiter damit arbeiten, umso besser.

Verena Lung-Schmid ist durch eine Fusion ihres ehemaligen Arbeitgebers, der VEG Vorarlberger Erdgas GmbH, mit der Vorarlberger Kraftwerke AG im Jahre 2011 zu uns gekommen und arbeitet inzwischen in der Abteilung Marketing und Produktmanagement Versorgung. Ihre Schwerpunkte sind die Marketing-Koordination und Einbindung von Kunden (Kundenpanels). Als ausgebildete Mediatorin und Marketing-Expertin ist sie die ideale Ansprechpartnerin für kreative und agile Workshops.

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