Seit Mitte März sind fünf MBA-Studenten von der Universität Cambridge bei uns im Innovation Lab zu Gast. Im Rahmen Ihres Global Consulting Projekts (kurz: GCP), erarbeitet das fünfköpfige, internationale und interdisziplinäre Team zukunftsfähige Beispiele für die Blockchain-Technologie im Bereich der Energiewirtschaft. Innerhalb von vier Wochen arbeitet das junge Team Vollzeit an unserer Aufgabenstellung. Wir sind schon jetzt auf das Projektergebnis gespannt und freuen uns auf den abschließenden Projektbericht. Gerne berichten wir in einigen Wochen nochmals detaillierter zum Projektergebnis.

 

Wer gehört dem fünfköpfigen Cambridge Team an?

Das fünfköpfige GCP-Team umfasst vier Männer und eine Frau, die aus unterschiedlichsten Ecken der Welt stammen. J. Luiz de Andrade aus Brasilien, Philipp David Drissen aus Deutschland, Ranier Macatangay von den Philippinen, Pratyush Manjul aus Indien und Olivia Coffey aus den USA. Nicht nur die Internationalität, sondern auch die Ausbildungen sowie die beruflichen Werdegänge der fünf MBA-Studenten lassen auf große Kompetenzen und Erfahrungswerte schließen.

 

Wie sieht die Zusammenarbeit mit dem GCP-Team aus?

Die fünf Studenten sind innerhalb der Projektlaufzeit bei uns in der Ideenwerkstatt, unserem Kreativraum, einquartiert, können in diesen Räumlichkeiten ihrer Kreativität freien Lauf lassen und nutzen diese für deren umfangreiche Recherche- und Projektarbeiten. In wöchentlichen „Breakfast“-Terminen informieren sie uns über den laufenden Projektfortschritt und geben uns interessante Einblicke in deren innovative Methodik und Arbeitsweisen. Damit die Studenten die Energiewirtschaft hautnah erleben können, bieten wir den Studenten die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Von Informationsterminen mit verschiedenen Fachabteilungen aus unserem Mutterkonzern illwerke vkw bis hin zu einer Besichtigung des derzeit im Bau befindlichen Pumpspeicherkraftwerks Obervermuntwerk II bleiben keine Wünsche unerfüllt. Denn für uns ist selbstverständlich, aber auch ein großes Bedürfnis, den GCP-Team auch unsere Welt hautnah näher zu bringen.

 

Warum ausgerechnet ein „Blockchain“-Thema?

„Blockchain“ – ein trendiger Begriff und zurzeit in aller Mund. So auch bei uns, im Innovation Lab von illwerke vkw. Aber warum in aller Mund? Gerade in Zeiten der Digitalisierung und Dezentralisierung verstärkt sich das Aufbrechen der einst festen System- und Prozessgrenzen der Wertschöpfungsstufen in der Energiebranche. Dies fördert die Entwicklung von dynamischen Netzwerken im Energiebereich. Einstige Stromkunden werden zu Energieerzeugern und -lieferanten, diese Kundengruppe nennt man „Prosumer“. Somit nehmen Prosumer zunehmend durch kleinteilige Interaktionen aktiv am Marktgeschehen teil. Die Fähigkeit einer Blockchain, selbst kleinste Transaktionen wirtschaftlich zu gestalten, bedeutet letztlich neue Freiheitsgrade und damit auch Chancen.

In der Energiebranche steckt die Blockchain-Technologie jedoch noch in den Kinderschuhen. Es gibt bereits verschiedene Projekte wie etwa den Peer-to-Peer Energiehandel, Zertifizierung von Herkunftsnachweisen, Asset Management, u.v.m. Jedoch muss die Wirtschaftlichkeit des Blockchain-Einsatzes erst noch erforscht werden. Marktreif sind diese Anwendungsfälle aktuell noch nicht. Daneben stellt sich bei jedem Anwendungsfall auch immer die Frage, worin die Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Datenbankanwendung liegt.

Im Rahmen des Projekts mit der Universität Cambridge möchte illwerke vkw genau diesen Fragen auf den Grund gehen. Gleichzeitig sollen zielgerichtet argumentierbare Anwendungsfälle erörtert werden. Einerseits erwarten wir uns durch die Kooperation mit dem interdisziplinären Cambridge-Team ein weiteres Energie Blockchain-Pilotprojekt, das wir im Innovation Lab umsetzen können. Andererseits freuen wir uns auf den frischen Wind durch das Cambridge-Team sowie neue, innovative Methoden zur Bewertung von künftigen Blockchain-Projekten.

 

Wer oder was ist eine „Blockchain“ und was genau macht diese Blockchain?

Sicherlich habt ihr euch schon gefragt, was denn genau eine Blockchain ist? In den nachfolgenden Sätzen versuchen wir, das Prinzip einer Blockchain verständlich zu erklären. Bei einer Blockchain handelt es sich um eine Art Datenbank, in der keine Tabellen, sondern nur Transaktionen gespeichert werden. Man kann sich das wie eine Art Kassenbuch vorstellen, in dem steht, wann welche Person welche Aktion durchgeführt hat. Also beispielsweise, wann durch wen ein Geldbetrag von einem Konto auf ein anderes übertragen wurde. In einem traditionellen System würde die Bank eine solche Transaktion protokollieren und durchführen – bei einer Blockchain bedarf es dieser Autorität jedoch nicht, da jeder Teilnehmer grundsätzlich gleichberechtigt ist und ein gleiches Stimmrecht besitzt. Die Entscheidung, ob eine Transaktion gültig ist und akzeptiert wird, wird somit immer von der Allgemeinheit getroffen. Als Sicherheitsmaßnahme und zum Schutz vor nachträglichen Änderungen verweist bei einer Blockchain jeder Eintrag auch immer auf den vorhergehenden Eintrag, wodurch eine Art Kette entsteht (daher auch der Name “Block-chain”). Eine nachträgliche Änderung bei einem Eintrag würde dadurch alle nachfolgenden Einträge verfälschen und somit direkt auffallen. Blockchains gelten daher als „unveränderbar“.

 

Mit welchen Blockchain-Projekten beschäftigt sich illwerke vkw bereits?

Im Konzern illwerke vkw wird an einigen Pilotprojekten auf Basis der Blockchain-Technologie gearbeitet.

Beim Pilotprojekt GridChain handelt es sich um ein Projekt, das einen bislang traditionell gelösten Datenaustauschprozess für Daten zur Netzqualität zwischen Übertragungsnetzbetreibern mit Hilfe einer Blockchain vereinfachen soll. Des Weiteren sollen die übertragenen Daten mit Hilfe der Blockchain auch den Verteilnetzbetreibern zugänglich gemacht werden, da diese bislang keine derartigen Daten erhalten.

Beim Pilotprojekt Share&Charge wurde im Rahmen eines Pilotversuchs unter dem Titel Oslo2Rome der Versuch gestartet, Ladevorgänge für Elektrofahrzeuge über eine Blockchain abzuwickeln. Dabei wurden sowohl die Verrechnung als auch die Starts & Stops der Ladevorgänge mit Hilfe einer App durchgeführt, welche im Hintergrund mit einer Blockchain interagiert hat.

No comments so far.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Website Field Is Optional

5 × zwei =