In meinem ersten Blogbeitrag habe ich euch über Sono Motors sowie über den Sion, den ersten E-Autoprototyp, informiert. Wie letzlich meine Testfahrt mit dem Sion war, wie ich den Sion wahrnehme und was die VLOTTE darüber denkt – das erzähle ich euch in diesem Blogbeitrag. Hierzu habe ich Stefan Hartmann von der VKW VLOTTE zu seiner Meinung über neue Start-Ups in der Elektromobilitätsbranche und im Speziellen zu Sono Motors interviewt.

Meine Testfahrt mit dem Sion

Am 12.09.2017 war es so weit. Meine Testfahrt mit dem Sion sollte heute stattfinden und ich war gespannt, was mich wohl erwartet. Natürlich hatte ich mich im Vorfeld über Sono Motors informiert und für die Testfahrt online angemeldet. Rund 5 Minuten darf der Sion pro Person Probe gefahren werden. Ob das wohl ausreicht, um etwas über den Sion aussagen zu können? Wir werden sehen.

Die Ankunft beim Testfahrtgelände – Erster Eindruck: einfach, unkompliziert, jung

Als ich nach 2-stündiger Fahrt in dem südwestdeutschen Ort namens Neckartenzlingen auf dem Parkplatz ankam, sah ich sofort die beiden Elektroautoprototypen des Sion. Ein Sion in weiß, ein weiterer Sion in schwarz sowie ein Pavillon und ein paar Schirme. Sehr einfach gehalten. Allein dieses Equipment mit ein paar Teammitgliedern war zunächst alles, was es zu sehen und zu erleben gab.

Mich erinnerte das an uns, das Innovation Lab. Ein Start-Up mit einem jungen Team, das aktuell am Markt mit einfachen Mitteln versucht, das Feedback der Kunden einzuholen und den Prototyp am Markt zu testen. Im Prinzip genau das, was das Innovation Lab mit seinen Projekten auch tut. Ziel von Sono Motors ist es dabei möglichst viele Bestellungen, Investoren zu finden sowie Feedback für die Prototypweiterentwicklung einzuholen.

 

Anders, reduziert und dennoch besonders – der Sion unter der Lupe. Kein Statussymbol.

Nach erfolgreicher Anmeldung gab es die Möglichkeit einen der beiden Prototypen zu besichtigen und dem Team Fragen zu stellen. Das habe ich auch gemacht und konnte so nicht nur Antworten auf meine Fragen bekommen, sondern auch das Team und deren Spirit besser kennen lernen. Der zweite Sion hingegen wurde dafür genutzt, um die Testfahrten durchzuführen. So gab es einen stetigen Wechsel an neu ankommenden Personen, die ebenfalls für die 5-minütige Testfahrt vorbeigekommen sind.

Der Sion – ein tolles Auto, bei dem man aber sieht, dass es sich um einen Prototyp handelt. Das Design sehr reduziert und einfach. Die Ausstattung eher gering gehalten mit einer Klimaanlage, einem Infotainmentsystem (10 Zoll Display), Airbags, KERS (Kinetic Energy Recovery System), einer Anhängerkupplung, einem natürlichen Luftfilter und einem bidirektionalen Ladesystem. Die Verarbeitung lässt aber noch zu wünschen übrig. Laut Sono Motors-Team soll dies bis zur Produktion noch alles bereinigt und verbessert werden. Das ist jedenfalls nicht der Endstart. Dennoch ist der Sion nichts für jemanden, der sich für Modelle von Tesla & Co. interessiert, sein Auto als Statussymbol ansieht oder Wert auf hochwertige Ausstattung legt. Hier werden E-Autofahrer angesprochen, die sich primär für ein vernüftiges Fortbewegungsmittel und an einem preiswerten, grünen E-Mobil interessieren.

Die beiden Prototypen hätten optisch nicht unterschiedlicher sein können. Wer es gerne unscheinbar und normal mag, der sollte sich für den schwarzen Sion entscheiden. Derjenige, der sich aber für etwas Besonderes begeistern kann und aller Welt zeigen möchte, dass er PV-Module direkt in seinem E-Auto integriert hat, sollte sich für den weißen Sion entscheiden. Denn dies geht beim schwarzen Modell etwas unter. Keine Frage, der weiße Sion fällt auf. Allerdings ist er auch ein echter Blickfang. Auch das grüne Moos im Armaturenbrett ist speziell und trifft mit Sicherheit nicht jeden Geschmack. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen.

 

Die Testfahrt mit dem Sion

Ganz modern per App getaktet werden die Testfahrer aufgerufen. Mein Moment ist gekommen. Ich steige in den weißen Sion ein und mir war rein fahrtechnisch so einiges bekannt. In der Vergangenheit konnte ich bereits durch Testfahrten verschiedene Elektroautomodelle von der VLOTTE testen und Probe fahren. Automatikgetriebe, gleiches Anfahren und Bedienen. Vergleichbar ist das Fahrerlebnis mit Modellen wie Zoe, E-Golf, BMWi3. Wobei man über die Beschleunigung nicht so viel sagen kann, denn Beschleunigung auf einem gut belebten Parkplatz ist eher ein Fremdwort. Der Sion ist nämlich noch nicht angemeldet und kann nur auf Privatgelände Probe gefahren werden. Während der Fahrt konnte ich einem Sono Motors Mitarbeiter Fragen rund um den Sion stellen. Was ich bis dato noch nicht wusste, dass es eine App für Carsharing geben soll. Die Ideen sind da, es muss nur noch fertig programmiert werden.

Das leichte Gewicht von 1.400 kg verdankt der Sion unter anderem seinen Leichtbauteilen – hauptsächlich Polykarbonat und ein Aluminiumrahmen. Ob diese Materialien die Crash-Tests, die für 2018 geplant sind, wohl bestehen? Das bleibt eine spannende Frage. Jedenfalls liegen die Vorbestellungen aktuell bei 1.870 (Stand: 12.09.2017). Die Kapazität für die Produktion von 5.000 – 7.000 Sion für die Auslieferung in den Quartalen 2 bis 3 in 2019 sei jedenfalls gegeben.

 

Was hat mich persönlich besonders begeistert?

Für mich ist die Grundidee eines bezahlbaren E-Autos entscheidend. Bisher war ein großes Hemmnis bei der Anschaffung eines Elektroautos – auch für mich – der hohe Preis. So geht es wohl vielen, die mit dem Gedanken spielen sich ein Elektroauto anzuschaffen. Die Kostenreduzierung durch die Verwendung bereits entwickelter Autoteile ist ein interessanter Ansatz. Dies könnte der Lösungsansatz sein wie E-Mobilität auch bezahlbar für den Nachbarn von nebenan wird. Dies ist meiner Meinung nach die Möglichkeit, die E-Mobilität nach vorne zu bringen. Das Gute dabei: Der Preis von 16.000 € soll so auch nach der Prototypphase beibehalten werden.

Neben dem bezahlbaren Preis gefällt mir die Idee des mobilen Kraftwerkes. Die Möglichkeit sein E-Auto überall als Steckdose dabei zu haben und elektronische Geräte damit zu laden ist sehr nützlich und sinnvoll. Insbesondere wenn ich untertags mein Auto mit PV-Strom lade und abends diesen Strom wiederverwenden kann, ist das ein nützlicher Aspekt. Genauso ist die Möglichkeit ein anderes Auto zu laden und bei Bedarf mit der App die Lademenge und den Preis zu steuern im Sinne von Energy sharing spannend. Diese innovativen Ansätze überzeugen mich und meine Vorstellung wie ein dezentrales Hauskraftwerk funktionieren kann.

 

Was denkt nun die VKW VLOTTE über Sono Motors mit dem Sion?

Stefan Hartmann ist Produktmanager Elektromobilität bei der VKW VLOTTE und ist immer informiert über die aktuellen Entwicklungen in der E-Mobilität. So hat er bereits von Sono Motors und dessen Sion gehört. Er merkt an, dass „Sono Motors zeigt, dass es möglich ist selber ein Elektroauto-Prototyp zu vergleichsweise geringen Kosten zu realisieren.“ Und das ist gut so, denn aktuelle Umfragen der VLOTTE Elektroauto-Testfahrer ergeben, dass diese sich bei vergleichbaren Preisen zu herkömmlichen Fahrzeugen auf jeden Fall ein Elektroauto anschaffen würden.

No comments so far.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Website Field Is Optional

19 + 16 =